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Mittelmehrkrankheiten (MMK)

Welche Mittelmeerkrankheiten gibt es in Spanien?

Generell können Hunde aus südlichen Ländern mit diversen Krankheiten infiziert sein. Hierzu zählen in erster Linie Leishmaniose, Borreliose, Babesiose, Dirofilariose und Ehrlichiose (Hunde). Die Überträger dieser Krankheiten sind Sandmückenstiche (Leishmaniose), Zecken (Babesiose, Borreliose & Ehrlichiose) sowie Würmer (Dirofilariose).



Wichtig:

Die meisten Reiseerkrankungen haben eine lange Inkubationszeit, d.h. dass zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit viel Zeit vergehen kann. Gerade im Fall der Leishmaniose mehrere Jahre! Informieren Sie Ihre/n Tierarzt/Tierärztin, wenn Sie mit Ihrem Tier im Ausland waren oder ein Tier aus dem Auslandstierschutz adoptiert haben.

Die Leishmaniose

Was ist Leishmaniose?
Eine Leishmaniose (engl. Leishmaniasis) ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch obligat intrazelluläre protozoische Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Das Verbreitungsgebiet sind die Tropen, besonders Peru, Kolumbien und das östliche Afrika, aber auch der Mittelmeerraum und Asien.

Die Übertragung erfolgt durch Sand- oder Schmetterlingsmücken. In den 1950er Jahren wurden durch den Einsatz von Insektiziden (hauptsächlich DDT) gegen Malaria-übertragende Anophelesmücken auch die Sandmücken (Phlebotominae) stark dezimiert. Heute haben sich die Sandmückenpopulationen wieder auf das ursprüngliche Niveau vermehrt, wodurch im Mittelmeerraum die Erkrankungszahlen an Leishmaniosen bei Mensch und Tier wieder zunehmen.

Die Leishmaniose-Infektionsrate von Hunden ist besonders im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch: In Andalusien sind bis zu 42 % der Hunde infiziert, auf Sizilien bis zu 80 %. Die Infektionsrate bei Menschen und Hunden hängt von der lokalen Sandmückenpopulation, deren Durchseuchung und Stechgewohnheiten ab.

Infolge der Tatsache, dass Leishmanien nahezu alle Organsysteme des Körpers befallen können, kann sich die Krankheit sehr vielfältig darstellen. Einem Großteil der erkrankten Tiere ist jedoch das Auftreten von Störungen der Haut gemein. Anhand der Verteilung dieser Störung können Rückschlüsse auf die Prognose der Erkrankung gezogen werden:
  • symmetrischer Haarverlust und Schuppenbildung: mit 60 Prozent der Fälle häufigstes Krankheitsbild, das vorwiegend Tiere mit intaktem Immunsystem entwickeln; beginnend am Kopf verbreitet sich die Erkrankung am gesamten restlichen Körper;
  • Hautgeschwüre über Knochenvorsprüngen, an Schwanzspitze und Ohren und im Haut-Schleimhaut-Übergang: betrifft 20 Prozent der befallenen Tiere und deutet auf eine geschwächte Immunabwehr hin. Die Symptome werden einerseits direkt durch die Parasiten hervorgerufen, können aber auch indirekt über eine von Immunkomplexen hervorgerufene Vaskulitis verursacht werden.
  • Knötchenbildung in der Haut: In die Haut eingewanderte Makrophagen führen zur Ausbildung der Knötchen; weitere Abwehrzellen sind nur geringfügig beteiligt. Die Erkrankung tritt bei etwa 12 Prozent der Patienten auf und weist auf eine ungenügende Immunabwehr hin.
  • generalisierte Hautdegeneration mit Pustelbildung im Bereich des Körperstammes: mit 4 Prozent die seltenste Form. Die Pusteln sind mit einer nichteitrigen Flüssigkeit und einigen Parasiten gefüllt. Die Pathogenese dieser Form ist nicht geklärt und es gibt keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit der Immunkompetenz des erkrankten Tieres.
  • Re- oder intermittierendes Fieber mit zwei Spitzen pro Tag (doppelgipfliges Fieber) ist ein Hinweis auf eine viszerale Leishmaniose.


Neben den beschriebenen Störungen kann die Haut weitere Symptome wie übermäßige Verhornung, Krallenverkrümmung, Nagelbettentzündung und Pigmentverlust im Nasen-Maulbereich ausbilden. Auch die Schleimhäute können betroffen sein.

Neben der Erkrankung der Haut sind häufig gleichfalls die inneren Organe betroffen (viszerale Leishmaniose). Je nach Organbeteiligung ist die Ausbildung von Leberentzündungen, Darmentzündungen, Nierenversagen, Blutgefäßentzündungen, Knochenmarkentzündungen, Gelenkentzündungen, Nervenentzündungen und Muskelentzündungen möglich.

Infolge des sich ausgesprochen vielfältig darstellenden Krankheitsbildes kann die Diagnosefindung schwierig sein, zumal die Krankheit in den meisten Teilen Deutschlands nicht endemisch ist und daher oft nicht zur Routinediagnostik gehört. Daneben gibt es keinen absolut zuverlässigen Test für die Krankheit.

Die Diagnosestellung beruht neben dem direkten Parasitennachweis vor allem auf Untersuchungen zur Immunantwort des Wirtes.
Ein direkter Nachweis der Leishmanien kann mittels zytologischer oder histologischer Untersuchungen erfolgen, bei welchen Zellen des Knochenmarks, der Lymphknoten oder der Haut mikroskopisch untersucht werden, was eine direkte Identifizierung der sich meist intrazellulär befindenden Leishmanien ermöglicht. Als weitere Untersuchung bietet sich als gentechnische Methode die PCR an, welche bei Proben aus dem Knochenmark eine Sensitivität und Spezifität von fast 100 Prozent aufweist. Unter den indirekten Nachweisverfahren hat die serologische Bestimmung von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz-Test oder ELISA die weiteste Verbreitung gefunden.

Obwohl auch hier Sensitivität und Spezifität mit etwa 80 Prozent recht hoch sind, können falsch negative Ergebnisse bei frisch infizierten Tieren, welche noch keine Antikörper entwickelt haben, auftreten. Dieses Problem besteht gleichfalls beim Intrakutantest, der aber unter Umständen eine Aussage über die Schwere des Krankheitsverlaufes ermöglicht. Ferner besteht die Möglichkeit eines Stimultionstestes der mononukleären Zellen des peripheren Blutes.

Häufig ist eine vollständige Heilung der Erkrankung nicht möglich. Die therapeutischen Ansätze konzentrieren sich daher neben der Erregerelimination vor allem auf eine Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr.

(Quelle: wikipedia)

Die Ehrlichichose

Die Ehrlichiose wird durch Ehrlichien verursacht, das sind Bakterien, die sich in weissen Blutzellen sowie Leber, Milz und Lymphknoten vermehren. Überträger sind verschiedene Zeckenarten. Vor allem die braune Hundezecke ist Überträger und Reservoir für diese Erkrankung.

Die Zecken können den Erreger bis zu fünf Monaten beherbergen. Infektionen des Menschen durch den Erreger kommen vor, allerdings vermutlich nur durch Übertragung durch Zecken, eine Hund-Mensch-Übertragung ist unwahrscheinlich.

Die Tiere zeigen häufig ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten, schleimig-eitrigen Nasenausfluss, Erbrechen, Blutungen und Ödeme in der Unterhaut, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut (Anämie), Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen (Polyarthritis), alle Lymphknoten des erkrankten Tieres schwellen an, es kommt zu Blutarmut und punktförmigen Blutungen.

Ehrlichiose kommt v.a. in Mittelmeerländern, den Tropen und Subtropen vor. Nach einem Aufenthalt in Mittelmeerländern sollten Sie Ihr Tier unbedingt auf Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose testen lassen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 8 bis 20 Tagen. Relativ häufig kommt es zu einer Doppelinfektion mit Babesien. Die akute Phase der Krankheit beginnt ca. 1-3 Wochen nach der Infektion und dauert ca. 2-3 Wochen an. Sie hat einen nicht auffälligen Verlauf und dadurch manchmal nicht gut erkannt werden. In der akuten Phase gibt es folgende Symptome: Lethargie, Futterverweigerung und Fieber, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen, eitriger Auge- u./o. Nasenausfluss.

Die Therapie erfolgt durch Antibiotika wie Doxycyclin, Tetracyclin and Oxytetracyclin über zwei Wochen. Seropositive Tiere sollten isoliert werden.

Eine Verhütung kann durch regelmäßige Kontrolle und sofortige Entfernung von Zecken bzw. durch den Einsatz von Zeckenmedikamenten (z. B. Permethrin, Fipronil) erfolgen.

(Quelle: wikipedia)

Borreliose

Auch die die Borreliose verursachenden Borrelien sind Bakterien. Sie lösen v.a. Gelenkschwellungen und –schmerzen sowie Lymphknoten-vergrösserungen aus. Babesien, Ehrlichien und auch Borrelien werden durch Zecken übertragen. Durch eine effiziente Zeckenbekämpfung können sie ihren Hund vor diesen drei schweren, manchmal (im umbehandelten Zustand) tödlich verlaufenden Krankheiten schützen. Zecken sind in Nordspanien vor allem im Frühling und im Herbst aktiv. In den Ländern rund um das Mittelmeer aber kommen sie das ganze Jahr vor. Schützen Sie Ihr Tier bei einem Ferienaufenthalt in wärmeren Ländern deshalb auf jeden Fall das ganze Jahr vor Zecken! Wenn Sie Ihren Hund regelmässig nach Südeuropa oder in ein anderes Mittelmeerland mitnehmen, bietet sich eine Impfung gegen Babesiose und Ehrlichiose an. Ihr/e Tierärztin oder Ihr Tierarzt berät Sie gerne.

(Quelle: wikipedia)

Babesiose (Babesia Canis)

Die Babesiose der Hunde ist eine durch Protozoen hervorgerufene Infektionskrankheit, die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen und damit eine Blutarmut (Anämie) verschiedenen Grades hervorruft. Die Erkrankung kann perakut, akut, aber auch ohne deutliche Krankheitsanzeichen (subklinisch) oder chronisch verlaufen. Die Übertragung erfolgt durch Zecken.

Die chronische oder subklinische Infektion zeigt sich unspezifisch in intermittierendem Fieber, Fressunlust (Anorexie) und allgemeiner Schwäche.

Der seltene perakute Verlauf äußert sich in einer Blutarmut (hämolytische Anämie), Schock und schnellem Tod. Die ebenfalls seltene akute Form zeigt sich in gestörtem Allgemeinbefinden, Fieber, Anorexie, Abgeschlagenheit (Lethargie), Erbrechen, Gelbsucht, Anämie und Blutharnen (Hämoglobinurie).

Bei Verbringen von Tieren in Endemiegebiete (Urlaubsreisen) sollte bei Verdacht die Behandlung unverzüglich beginnen. Antiprotozoika sind wirksam. In akuten Fällen kann eine Bluttransfusion angezeigt sein.

Die wichtigste Prophylaxe ist das Absuchen des Tieres nach Zecken nach jedem Spaziergang und deren sofortige Entfernung. Eine medikamentelle Prophylaxe gegen Zecken (z. B. mit Permethrin) ist ebenfalls möglich.

(Quelle: wikipedia)

Dirofilariose (Herzwürmer)

Die Herzwurmerkrankung ist in Europa hauptsächlich in den Mittelmeerländern verbreitet. Besonders stark betroffene Länder sind die Kanarischen Inseln, Südfrankreich, Spanien, sowie die italienische Po Ebene. Die Dirfilariose wird durch einen Fadenwurm verursacht, der im Herz und in den der Lunge angrenzenden großen Blutgefäßen lebt. Die Fadenwürmer können eine Länge von 15 - 35 cm erreichen.

Eine Übertragung erfolgt ausschließlich durch bestimmte Stechmücken. Der weibliche Fadenwurm setzt Embryonen im Blut ab. Die Stechmücke wird angesteckt, wenn sie sich vom Blut eines verseuchten Hundes nährt. Während der folgenden 10 - 15 Tagen verwandelt sich die Mikrofilarie zweimal in der Stechmücke, bis sie die infektiöse Larvenphase erreicht. Wenn die Stechmücke nun erneut Blut saugt, dringt die Larve durch den Mückenstich in den Körper des Hundes ein. Die Larve braucht ungefähr 6 Monate, um in die Lungenarterien zu wandern, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und Mikrofilarien im Blut abzulagern.

Die Dirofilariose verursacht Schäden in den Lungenarterien und kann Herz, Leber und sogar die Nieren angreifen. Im fortgeschrittenen Stadium reduzieren sich die Chancen einer vollständigen Genesung, auch wenn durch die Behandlung alle erwachsenen Fadenwürmer aus dem Herz eliminiert werden. Bei einer Infektion treten z.B. folgende Symptome auf: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, chronischer Husten, schnelle Ermüdung, Herzinsuffizienz.

Die Therapie ist kompliziert, da Herzwürmer zwar für Wirkstoffe wie Diethylcarbamazin oder Melarsamin prinzipiell empfänglich sind, aber bei stärkerem Befall eine Thrombose oder eine schwere anaphylaktischen Reaktion infolge des massiven Absterbens von Mikrofilarien entstehen kann. Die Behandlung wird deshalb meist mit Acetylsalicylsäure und bei schwerem Befall mit Antihistaminika kombiniert. Die operative Entfernung der Herzwürmer ist ebenfalls risikobehaftet und nur in spezialisierten Kliniken möglich.

Wegen der Probleme bei der Therapie ist die Vorbeugung um so wichtiger. Eine Behandlung mit Ivermectin, Moxidectin, Selamectin oder Milbemycin vor Beginn der Urlaubsreise kann eine Infektion verhindern.

(Quelle: wikipedia)


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